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René Kulka
20.10.2011

links gmail

Kniff: Ungefragte „Tel:“-Verlinkungen in Googlemail zügeln

Zugpferde der nun seit Jahren fortwährenden Konvergenz aller wichtigen Medien und Kommunikationskanäle sind die Digitalisierung und das Internet. TV, Radio, Telefon, Bücher, Zeitschriften, Prospekte, Briefsendungen, E-Mail, Chat, soziale Netzwerke – nahezu alles wächst im Netz mehr und mehr zusammen. Beachtlich, wenn man kurz innehält, oder? Und hier wird dies alles vom Nutzer bald nur noch mittels einiger weniger Kommandozentralen bedient. Beispiel: iGoogle. Hieraus bedarf es nur eines Klicks zum Aufruf des „TVs“ (YouTube) oder des E-Mail-Posteingangs. Dort wiederum kann gemailt (Gmail), gechattet (Google Chat) und genetzwerkt (Google+) werden. Oder auch telefoniert (Google Voice).

Hiermit wollen wir einen großen Bogen zu einem kleinen aber feinen E-Mail-Darstellungs-Problem schlagen: Gmail möchte natürlich E-Mail mit Telefonie möglichst nahtlos verknüpfen. Dazu wird versucht, Telefonnummern in E-Mails automatisch zu erkennen und passend zu verlinken. Was begrüßenswert ist, da diese Links dann mit einem Fingertipp (auf mobilen Endgeräten) bzw. mit einem Mausklick (auf dem Desktop-PC) bequem und direkt zum Anruf führen können. Nur leider gelingt die Erkennung der Nummern nicht immer zuverlässig. Und mitunter verhunzt das Ergebnis dann das Newsletter-Design, was Response kosten kann
…

Automatische Verlinkung von Telefonnummern in E-Mails

Für Telefonnummern existieren zig mögliche Schreibweisen. Der Eine gliedert und gruppiert die Ziffern mit Leerzeichen, der Andere mit Punkten oder Bindestrichen. Der Dritte nutzt zudem Schrägstriche, runde Klammern und Pluszeichen. Für den Menschen ist dies meist weniger problematisch zu entschlüsseln, für die Maschine schon eher. Und dies nervt E-Mail-Versender und deren Adressaten spätestens dann, wenn zum Beispiel einfache Zahlen im Fließtext, das Datum des Newsletter-Versands im Kopfbereich oder die vorangestellten Daten der Artikel in den einzelnen E-Mail-Abschnitten fälschlicherweise verlinkt, also unterstrichen, klick- bzw. tipp-bar gemacht und zudem farblich mit der Standard-Link-Farbe hervorgehoben werden. Denn dies sieht nicht nur unschön aus und wirft damit evtl. ein schlechtes Licht auf die Wertigkeit der Kommunikation. Sondern es kann Adressaten auch frustrieren, wenn nämlich versehentlich drauf geklickt oder getippt wird …

Telefon-Links à la „href=tel:0307680780“ basieren auf dem RFC 3966-Standard, der sich wiederum an der Empfehlung E.123 (Wikipedia) der Internationalen Fernmeldeunion orientiert. Und Gmail? Orientiert sich eher am „Gefühl“ und tut sich dabei mit der Erkennung regulärer Telefonnummern schwer. Mal wird ein Datum zur Telefonnummer gemacht, mal nicht. Fest steht aber, dass eher zu viel mit „tel:“ automatisch nachverlinkt, als zu wenig. Da – nicht zuletzt durch den (Kick-)Start von Google Plus – die Anhängerschaft des Webmailers künftig weiter steigen dürfte (immerhin fast +100 % von 2010 zu 2011), lohnt es sich also, vor dem Realversand stets einen prüfenden Blick auf die Optik eines Testversands auch in der Gmail-Inbox zu werfen ...

HTML-Kniff, um falsche Linksetzung zu verhindern

Beispiel Kaufland:

Automatische Tel:-Links in Googlemail

Aus dem HTML-Quelltext
  • <b>09.10.2011 &nbsp;</b>
macht Gmail beim E-Mail-Aufruf ungefragt
  • <b><a target="_blank" value="+499102011" href="tel:09.10.2011">09.10.2011</a> &nbsp;</b>
- was augenscheinlich funktional falsch ist und unschön ausschaut. Die korrekte Darstellung wäre ein schwarzes und fett gedrucktes Datum, welches nicht verlinkt ist. Die beiden Screenshots zeigen die fehlerhafte Darstellung sowie den Aufruf von Google Voice nach einem versehentlichen Klick auf das Datum.

Eine Möglichkeit, Gmail (und anderen E-Mail-Clients) klarzumachen, dass es sich keinesfalls um eine Telefonnummer handelt, besteht darin, die Nummern-Struktur durch Dummy-HTML-Tags unsichtbar zu zerstören. Etwa, indem ein <span>-Tag eingefügt wird:



Der HTML-Quelltext
  • <b>09.<span>10.</span>2011 &nbsp;</b>
wird von Gmail nicht angerührt und resultiert in der erwünschten Darstellung des Datums.

Schließlich: gezielte Telefonnummer-Verlinkung

Um der automatischen Erkennung und Formatierung von Telefonnummern als Hyperlinks zuvorzukommen, können Sie natürlich selbst an passenden Stellen Tel:-Links setzen. Etwa im Kopf- oder Fußbereich des Newsletters, um dem Adressaten anhand Ihrer Service-Telefonnummer neben der Antwort-E-Mail einen weiteren bequem zugänglichen und direkten Rückkanal zu bieten. Zumindest in den E-Mail-Programmen, die derartige Links unterstützen, also beim Klick eine (passende) Aktion einleiten. Derzeit sind dies noch wenige, hauptsächlich solche auf mobilen Endgeräten. Mittels passender Stylesheet-Formatierungen im Anchor-Tag sorgen Sie dabei dafür, dass das Newsletter-Design nicht z. B. durch eine aufgezwungene blaue Linkfarbe gestört wird, wie oben im Gmail-Beispiel.

Also ... warum nicht mal mit neuen Pre-Headern in der Mobile-Newsletter-Version experimentieren, etwa à la ...

Fragen? ? 0800-1234567 (kostenfrei) 

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