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Reicht es die Visitenkarte zu überreichen? Werbeeinwilligung auf der dmexco einholen

In zweieinhalb Wochen, am 12./13. September, ist es wieder soweit. Die Digital Marketing Exposition & Conference (dmexco) öffnet ihre Pforten. Neue Rekordwerte zeichnen sich bereits ab: Über 550 Aussteller und mehr als 20.000 Besucher werden erwartet. Man braucht keine Glaskugel, um sich wieder die vielen Stände vorzustellen, die mit iPads und anderen attraktiven Gewinnen um Visitenkarten buhlen: Kärtchen ins Gefäß und Gewinnchance sichern, im Gegenzug gibt’s unter anderem den Newsletter. Theoretisch zumindest. Die Sache hat nämlich einen Haken: Die Übergabe einer Visitenkarte ist – ohne Weiteres – kein Einverständnis in die Zusendung von E-Mail-Werbung. Das Landgericht Baden-Baden hat dies vor einiger Zeit bestätigt (LG Baden-Baden, Urteil vom 18.01.2012, Az. 5 O 100/11).

Was war geschehen? In einem Vortrag hatte ein Hörer dem Referenten eine Visitenkarte gegeben. Im Anschluss schlug dort unerwünschte E-Mail-Werbung vom Veranstalter auf. Dies war rechtswidrig, so das Gericht. Auch dass der Referent während der Veranstaltung mehrmals fragte, ob Werbung übersandt werden dürfe, ändert daran nichts. Werbegegenstand, Werbemedium (E-Mail) und Werbeberechtigter (der Veranstalter) müssen dem Einwilligenden beim Opt-in klar sein.

Quellen zum Urteil: Generaleinwilligung in E-Mail-Werbung reicht nicht, Absatzwirtschaft vom 05.06.2012.

Einige Adressgewinnungs-Wege für die dmexco:

  • Zugegeben, die Wenigsten werden eine Notiz „Ja ich will E-Mail-Werbung von Ihnen, gezeichnet [Unterschrift]“ auf ihr Kärtchen machen, wenn sie dies in die Sammelbox schmeißen. Die Schriftform wäre zwar ein sauberer Weg, der allerdings meist wenig praktikabel ist.
  • Die Übergabe der Visitenkarte im Zusammenhang mit einem mündlich erteilten Opt-in („Danke für die Karte; darf ich Ihnen unseren Newsletter zusenden?“ – „Ja, gerne“) muss gemäß § 28 Abs. 3a BDSG schriftlich bestätigt werden. Die E-Mail genügt lediglich der Text- nicht jedoch der Schriftform. Doch dürfte nach herrschender Meinung die E-Mail-Bestätigung für E-Mail-Werbung ausreichen. Problematisch ist beim mündlichen Opt-in, dass dies ohne Double Opt-in und ohne Zeugen später unter Umständen nicht beweisbar ist.
  • Am pragmatischsten lassen sich Neu-Abonnenten an den Ständen gewinnen, indem eben in deren Beisein die Adresse in das Onlineformular eingegeben wird. Vergewissern Sie sich, dass keine Tippfehler gemacht werden. Nutzen Sie auch hier das Double Opt-in-Verfahren. Nicht zuletzt, um den Vorgang genau zu protokollieren. Die Aktivierung seitens des Interessenten erfolgt direkt z. B. über sein Smartphone oder eben später im Office.
  • Unsauber, aber nach den Maßstäben z. B. des LG Coburg womöglich trotzdem gangbar, ist der Versand einer Double Opt-in E-Mail allein auf Grundlage der „blanken Visitenkarte“ in der Box. Bei einer neutralen DOI-Mail handelt es sich nicht um Werbung, die Intensität des Eingriffs ist, ebenso wie die Zahl der „Betroffenen“, sehr überschaubar. Zudem ist das Hinzufügen zum E-Mail-Verteiler seit jeher gängige Messe-Praxis. Wenn das Double Opt-in erteilt wird, also auf den Aktivierungslink geklickt wird, kann der Newsletter-Versand starten. Doch bevor Sie sich in solch unsicheres Fahrwasser begeben, nutzen Sie lieber eine der sauberen Varianten -  inklusive Double Opt-in …

Optivo auf der dmexco

Apropos dmexco: Das Optivo Team würde sich natürlich sehr über Ihren Besuch freuen. Sie finden uns in Halle 8 auf Stand F031. Vereinbaren Sie einen Termin mit uns und bringen Sie gerne all Ihre Fragen mit, die Sie in Sachen E-Mail-Marketing schon lange beschäftigen. Unser diesjähriges Programm steht im Zeichen von „kanalübergreifendem Omnichannel-Marketing aus Leidenschaft! Software, Service, Consulting – hundertprozentig engagiert“.

Sie wollen das Optivo Team und unsere Lösungen persönlich kennenlernen? Treffen Sie uns auf der dmexco 2017 in Köln.